Es ist Abend, dein Hund liegt auf seiner Decke und schleckt konzentriert an seiner Vorderpfote. Einmal, zweimal, immer wieder dieselbe Stelle. Von oben sieht die Pfote völlig normal aus. Erst als du sie sanft umdrehst und die Zehen auseinanderschiebst, siehst du es: Zwischen zwei Zehen leuchtet die Haut gerötet, und mittendrin klemmt ein winziges Steinchen vom Nachmittagsspaziergang.
Genau das ist das Problem mit den Zehenzwischenräumen: Sie sind die verstecktste Zone der ganzen Hundepfote. Was dort passiert, sehen wir im Alltag schlicht nicht, während unser Hund darauf durch die Welt läuft. Deshalb lohnt sich der Pfoten-Check von unten, eine kleine Routine, die nur eine Minute dauert und viel Ärger erspart.

Von oben siehst du nichts
Das ist der ganze Punkt: Die Zehenzwischenräume sind die einzige Zone, die dein Hund dir aktiv zeigen muss. Erst wenn du die Pfote umdrehst und die Zehen spreizt, wird sichtbar, was der Spaziergang mitgebracht hat.
Warum ist der Blick zwischen die Zehen so wichtig?
Weil sich genau dort sammelt, was der Spaziergang mitbringt, und weil Probleme dort lange unbemerkt bleiben. Zwischen den Zehen verfangen sich Grannen, Sand, kleine Steinchen und Pflanzenreste, dazu bleibt die Zone nach dem Baden oder Matschwetter oft lange feucht. Warm, eng und feucht: Das ist eine Kombination, die Hundehaut nicht liebt. Rötungen, kleine Reizungen oder ein festsitzender Fremdkörper fallen von oben nicht auf. Meist merken wir erst etwas, wenn der Hund schleckt, humpelt oder die Pfote schont, und dann ist die Stelle oft schon deutlich beansprucht.
Wie machst du den Pfoten-Check von unten richtig?
In einem ruhigen Moment, mit sanften Händen und System in vier Zonen. Such dir eine entspannte Situation aus, zum Beispiel die Kuschelzeit am Abend, und nimm die Pfote locker in die Hand, ohne zu ziehen:
- Zone 1, die Ballen: Sind sie geschmeidig, oder siehst du Risse, Schrunden oder eingedrückte Fremdkörper?
- Zone 2, die Zehenzwischenräume: Schiebe die Zehen vorsichtig auseinander und schau in jeden Zwischenraum. Achte auf Rötungen, verklebtes Fell, Grannen, Steinchen oder kahle Stellen.
- Zone 3, das Krallenbett: Sitzt jede Kralle fest, ist die Haut ringsherum reizfrei?
- Zone 4, das Fell zwischen den Ballen: Bei langhaarigen Hunden verfilzen die Haare dort schnell und halten Feuchtigkeit und Schmutz fest.

Im Sommer nach Wiesenspaziergängen darf der Check gern täglich sein, denn jetzt ist Grannenzeit. Was diese fiesen Ähren anrichten können und wie du sie erkennst, liest du im Ratgeber über Grannen beim Hund.
Was bedeutet es, wenn es zwischen den Zehen rot ist?
Meistens steckt eine harmlose Alltagsursache dahinter, die du beobachten kannst. Häufige Auslöser sind Reibung durch Sand oder kleine Steinchen, länger feuchte Haut nach Regen oder Baden, Kontakt mit reizenden Untergründen wie heißem Asphalt oder im Winter Streusalz, und natürlich das Schlecken selbst, das die Haut zusätzlich beansprucht. Wichtig ist der Verlauf: Eine leichte Rötung, die nach ein, zwei ruhigen Tagen verblasst, ist etwas anderes als eine Stelle, die nässt, anschwillt oder immer wiederkehrt. Notiere dir im Zweifel kurz, wann du was gesehen hast, das hilft auch deiner Tierarztpraxis. Wie du Pfoten bei Sommerhitze schützt, zeigt dir übrigens unser Guide zu heißem Asphalt und Hundepfoten.
Was kannst du selbst tun, wenn du etwas entdeckst?
Sichtbares entfernen, sanft reinigen, gründlich trocknen und die beanspruchte Haut mild pflegen. Ein locker sitzendes Steinchen oder einen Grashalm darfst du vorsichtig herausnehmen. Spüle die Zehenzwischenräume mit lauwarmem Wasser aus, gerade nach Strand- oder Matschtagen, und tupfe sie danach richtig trocken, auch in der Tiefe. Bei viel Fell zwischen den Ballen kann ein vorsichtiges Kürzen durch den Hundefriseur helfen, damit die Zone luftiger bleibt. Beanspruchter, trockener oder geröteter Haut zwischen den Zehen tut zum Schluss eine milde Pflege gut, wir nehmen dafür unsere SOS Creme. Sie ist ein kosmetisches Pflegeprodukt und ersetzt keine tierärztliche Behandlung. Wenn du die Pfotenpflege komplett aufstellen möchtest, findest du Creme und Pfotenglück gemeinsam im Pfotenpflege-Set. Nach Strandtagen lohnt sich zusätzlich ein Blick in die Pflege-Routine nach dem Strand.
Wann gehören die Zehenzwischenräume in Tierarzt-Hände?
- Die Stelle nässt, blutet, schwillt an oder riecht auffällig
- Du siehst eine festsitzende Granne oder einen tief eingedrungenen Fremdkörper: bitte nicht selbst herausoperieren
- Dein Hund humpelt, schont die Pfote oder lässt sie nicht mehr anfassen
- Die Rötung wird trotz Ruhe und Pflege nach zwei, drei Tagen nicht besser oder kommt immer wieder
- Dein Hund schleckt zwanghaft an einer einzigen Stelle, ohne dass du etwas findest
Häufige Fragen
Wie oft sollte ich zwischen den Zehen nachschauen?
Im Sommer und zur Grannenzeit am besten nach jedem Wiesen- oder Feldspaziergang, sonst ein- bis zweimal pro Woche. Als feste Mini-Routine beim abendlichen Kuscheln vergisst du es am seltensten.
Mein Hund mag seine Pfoten nicht hergeben. Was nun?
Langsam aufbauen: erst nur berühren und belohnen, dann kurz halten, später die Zehen spreizen. Ein paar Tage Geduld und gute Leckerli wirken Wunder. Geht gar nichts, übernimmt die Tierarztpraxis den Blick von unten.
Darf ich das Fell zwischen den Zehen selbst schneiden?
Vorsichtig mit einer abgerundeten Schere und nur das, was deutlich übersteht. Die Haut dort ist dünn und die Verletzungsgefahr hoch, im Zweifel ist der Hundefriseur die entspanntere Wahl.
Ist Schlecken zwischen den Zehen immer ein Warnzeichen?
Nein, gelegentliches Putzen ist normal. Auffällig wird es, wenn dein Hund häufig, lange und immer an derselben Stelle schleckt. Dann lohnt sich der genaue Blick von unten und bei Wiederholung der Weg in die Praxis.
Merk dir diesen Ratgeber für später auf Pinterest:
Passende Pflege für Pfoten
Für den Alltag und vor langen Touren pflegt Pfotenglück die Ballen und hält sie geschmeidig. Ist eine Stelle schon beansprucht oder gereizt, ist die SOS Creme die sanfte Pflege für danach. Beides zusammen gibt es im Pfotenpflege-Set.
Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei unklaren, starken oder wiederkehrenden Beschwerden lass deinen Hund bitte in der Praxis anschauen.