Sommer in der Küche: Auf dem Brett liegt eine halbe Wassermelone, und daneben sitzt ein Hund mit einem Blick, der ganze Romane schreibt. Ein Stückchen nur. Er würde auch dafür arbeiten. Und tatsächlich darf er ein Stück haben, denn Wassermelone gehört zu den Sorten, die Hunde gut vertragen. Bei anderen Früchten wäre derselbe Hundeblick lebensgefährlich verführerisch. Genau deshalb gibt es diesen Artikel: eine ehrliche, konservative Liste, was in den Hundenapf darf und was niemals, auch nicht als Ausnahme.

Gemüse als knackiger Snack
Eine rohe Karotte ist für viele Hunde ein Highlight: kalorienarm, gut für die Beschäftigung und ein knackiger Kauspaß. Obst und Gemüse bleiben aber immer ein kleines Extra, nie die Hauptmahlzeit.
Welches Obst dürfen Hunde bedenkenlos naschen?
Gut verträglich sind für die meisten Hunde Apfel, Banane, Birne, Blaubeeren, Erdbeeren, Himbeeren und Wassermelone, jeweils reif, gewaschen und in kleinen Mengen. Ein paar Regeln gelten immer: Äpfel und Birnen ohne Kerngehäuse füttern, Wassermelone ohne Schale und Kerne, Banane wegen des Zuckergehalts nur als kleiner Snack. Beeren sind praktische Trainingsleckerli direkt aus dem Kühlschrank, gerade im Sommer. Obst bleibt dabei immer ein Extra: Als Faustregel sollten Leckereien aller Art höchstens etwa zehn Prozent der täglichen Futtermenge ausmachen.
Welches Gemüse ist für Hunde geeignet?
Karotte, Gurke, gekochter Speisekürbis und Zucchini gehören zu den unkompliziertesten Sorten. Karotten kannst du roh, geraspelt oder gekocht geben, viele Hunde lieben sie als knackigen Kausnack. Gurke ist im Sommer ein kalorienarmer Erfrischungssnack. Kürbis bitte nur als gekochten Speisekürbis, niemals Zierkürbisse. Bei Zucchini gilt: einmal selbst probieren, schmeckt sie bitter, weg damit, denn Bitterstoffe aus der Familie der Cucurbitacine sind auch für Hunde giftig. Kartoffeln sind nur gekocht und geschält in Ordnung, roh und mit grünen Stellen enthalten sie Solanin und sind tabu.
Welche Sorten sind für Hunde giftig?
Weintrauben und Rosinen, Zwiebeln und Knoblauch, Avocado sowie alles mit Xylit stehen ganz oben auf der Tabu-Liste, und zwar ohne Ausnahme.
- Weintrauben und Rosinen: Schon kleine Mengen können bei Hunden die Nieren schwer schädigen, und niemand kann vorhersagen, welcher Hund wie empfindlich reagiert. Rosinen sind durch die Trocknung noch konzentrierter, denk auch an Rosinenbrötchen und Müsli.
- Zwiebeln, Knoblauch, Lauch, Schnittlauch: Die ganze Zwiebelfamilie zerstört rote Blutkörperchen, roh, gekocht und als Pulver, also auch in Resten vom Grillteller oder in Babygläschen.
- Avocado: Enthält Persin und ist für Hunde tabu, der große Kern ist zusätzlich eine Verschluckungsgefahr.
- Xylit (Birkenzucker): Für Hunde schon in winzigen Mengen lebensbedrohlich, weil er den Blutzucker abstürzen lässt. Er steckt in zuckerfreien Kaugummis, Bonbons, Zahnpasta, manchen Backwaren und mancher Erdnussbutter. Immer die Zutatenliste lesen, bevor irgendetwas Verarbeitetes in Hundennähe kommt.
- Macadamianüsse: Bereits wenige Nüsse können Zittern, Schwäche und Fieber auslösen.
- Rohe Nachtschattengewächse: Rohe Kartoffeln, unreife Tomaten und rohe Auberginen enthalten Solanin. Reife rote Tomaten in Minimengen sind weniger kritisch, das Grün der Pflanze bleibt giftig.

Warum sind Kerne und Steine ein eigenes Risiko?
Weil viele Obstkerne Amygdalin enthalten, aus dem im Körper Blausäure entsteht, und weil größere Steine den Darm verschließen können. Kirschen, Pflaumen, Aprikosen, Pfirsiche und Nektarinen sind als Fruchtfleisch in kleinen Mengen in Ordnung, ihre Steine gehören aber konsequent in den Müll mit Deckel. Ein verschluckter Pflaumenstein kann im schlimmsten Fall eine Not-OP bedeuten. Auch das Fallobst unter dem Kirschbaum ist deshalb kein Selbstbedienungsbuffet, im Spätsommer lohnt sich im Garten ein wachsames Auge.
Wie führst du neue Sorten richtig ein?
Immer nur eine neue Sorte auf einmal, in einer kleinen Menge, und dann ein bis zwei Tage beobachten. Jeder Hund ist anders: Der eine verträgt Apfel in jeder Lebenslage, ein anderer bekommt vom selben Stück weichen Kot. Püriertes oder fein geriebenes Obst und Gemüse ist übrigens oft besser verwertbar als große rohe Stücke. Und wenn dein Hund eine Sorte einfach nicht mag: auch gut, kein Hund braucht Obst zum Glücklichsein.
Verdacht auf etwas Giftiges? So handelst du richtig
- Ruf sofort deine Tierarztpraxis an, nachts und am Wochenende den tierärztlichen Notdienst deiner Region. Speichere die Notdienst-Nummer am besten heute noch im Handy.
- Beschreibe, was dein Hund wann und in welcher Menge gefressen hat, und nimm Verpackung oder Reste mit in die Praxis.
- Löse niemals auf eigene Faust Erbrechen aus und warte nicht ab, bis Symptome auftreten, bei Weintrauben und Xylit zählt jede Stunde.
Welche Nummern und Grundausstattung du für solche Momente parat haben solltest, findest du in der Hausapotheken-Checkliste.
Häufige Fragen
Dürfen Hunde Wassermelone essen?
Ja, reifes Fruchtfleisch ohne Kerne und Schale ist für die meisten Hunde ein wunderbarer Sommersnack in kleinen Mengen. Zu viel davon kann wegen des Wasser- und Zuckergehalts weichen Kot verursachen.
Wie viel Apfel darf mein Hund am Tag?
Je nach Größe des Hundes reichen ein paar Spalten, immer ohne Kerngehäuse. Obst sollte insgesamt ein kleines Extra bleiben und keinen festen Platz im Napf ersetzen.
Sind Bananen für Hunde giftig?
Nein, Bananen sind nicht giftig, aber zucker- und kalorienreich. Ein bis zwei kleine Stücke gelegentlich sind in Ordnung, als tägliche Gewohnheit sind sie zu viel des Guten.
Mein Hund hat eine Weintraube erwischt, muss ich wirklich sofort reagieren?
Ja, bitte ruf umgehend in der Praxis oder beim Notdienst an, auch wenn es nur eine einzige Traube war und dein Hund munter wirkt. Die Empfindlichkeit ist von Hund zu Hund extrem unterschiedlich, deshalb gehört jeder Fall in tierärztliche Einschätzung.
Merk dir diesen Ratgeber für später auf Pinterest:
Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei unklaren, starken oder wiederkehrenden Beschwerden lass deinen Hund bitte in der Praxis anschauen.