Es ist kurz nach acht am Abend, die Steine der kleinen Gasse geben ihre Wärme ab, irgendwo klappert Geschirr, und unter dem Tisch liegt ein Hund und seufzt dieses tiefe, zufriedene Urlaubs-Seufzen. Terracotta unter den Pfoten, Zypressen im Wind, ein Teller Pasta unter freiem Himmel: Italien und Spanien mit Hund können genau so aussehen.
Damit es dabei bleibt, lohnt es sich, drei Dinge vorher zu bedenken: die Hitze, kleine Plagegeister und die richtige Vorbereitung. Hier kommt alles, was du wissen musst, von Hundemensch zu Hundemensch.

Der Süden richtet sich nach der Sonne, nicht nach der Uhr
Wer im Süden Urlaub mit Hund macht, dreht den Tag einmal um: früh raus, mittags Ruhe, abends leben. Genau so machen es die Einheimischen seit jeher, und für deinen Hund ist es der Unterschied zwischen Erschöpfung und Genuss.
Wie schütze ich meinen Hund im Süden vor der Hitze?
Indem du den Tagesablauf konsequent um die Hitze herum planst: Aktivität morgens und abends, mittags Siesta, immer Schatten und Wasser. Konkret:
- Aktivitäten in die Morgen- und Abendstunden legen. Zwischen 11 und 17 Uhr ist Siesta, für Mensch und Hund.
- Schatten und Wasser immer verfügbar halten. Eine Wasserflasche gehört in jede Tasche.
- Heiße Böden meiden: Steinplätze, Sand und Asphalt werden glühend heiß. Der 7-Sekunden-Handtest gilt auch im Urlaub.
- Niemals im Auto lassen, auch nicht kurz. Im Süden wird der Innenraum in Minuten lebensgefährlich heiß.

Was hat es mit Sandmücken und Zecken im Süden auf sich?
In Südeuropa gibt es Krankheitsüberträger, die es bei uns so nicht gibt, allen voran die Sandmücke. Deshalb ist der wichtigste Satz dieses Artikels: Sprich rechtzeitig vor der Reise mit deiner Tierarztpraxis über den passenden Schutz für dein Reiseziel. Welcher Zecken- und Mückenschutz sinnvoll ist, hängt von Land, Region und Reisezeit ab. Das gehört in fachkundige Hände, nicht in Eigenregie.
Wann ist die beste Reisezeit für den Süden mit Hund?
Frühling und Frühherbst. Mildere Temperaturen, weniger Gedränge, trotzdem schönes Wetter, für Hunde oft deutlich angenehmer als der Hochsommer. Wenn du im Hochsommer fährst, plane den Tagesablauf konsequent um die Hitze herum.
Wie pflege ich meinen Hund unterwegs?
Mit einer kurzen Abend-Routine: Pfoten lauwarm abspülen, Zehenzwischenräume prüfen, beanspruchte Stellen mild pflegen. Salz vom Meer, Sand zwischen den Zehen, Staub von warmen Wegen: Der Süden fordert Haut und Pfoten. Für die strapazierten Stellen nutzen wir unsere milde Pflegecreme. Nur äußerlich.
Wann sofort zur Tierarztpraxis?
- Anzeichen von Hitzschlag: starkes Hecheln, das nicht abklingt, Taumeln, Erbrechen, glasiger Blick (Notfall)
- Auffällige Mattigkeit, Fieber oder Appetitlosigkeit während oder nach der Reise (mögliche Reisekrankheit, bitte ernst nehmen und abklären lassen)
- Starke Hautreizungen, die sich nicht beruhigen
Notiere vor Ort die nächste Tierklinik, bevor du sie brauchst.
Häufige Fragen
Ist es überhaupt fair, den Hund in den heißen Süden mitzunehmen?
Mit guter Planung ja. Entscheidend ist, dass du den Tag nach der Hitze richtest und deinem Hund viel Ruhe, Schatten und Wasser gibst. Ein sehr alter, kranker oder kurznasiger Hund tut sich mit großer Hitze allerdings schwer, hier lieber ein kühleres Ziel wählen.
Was ist mit langen Autofahrten in den Süden?
Nachts oder früh morgens fahren, wenn es kühler ist, regelmäßige Pausen, Wasser anbieten, den Hund sicher unterbringen.
Reicht der normale Zeckenschutz von zu Hause?
Nicht unbedingt. Das gehört vor der Reise in die Tierarztpraxis besprochen, weil im Süden andere Erreger unterwegs sind.
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Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Beratung. Reiseschutz und Einreisebestimmungen bitte rechtzeitig mit deiner Tierarztpraxis klären.