Ab 28 Grad verwandelt sich fast jeder Hund in einen Teppich. Manche legen sich flach ausgestreckt auf die kühlste Fliese der Wohnung und rühren sich höchstens, um eine noch kühlere zu finden, andere stehen hoffnungsvoll am Gartenschlauch und warten, dass endlich jemand aufdreht.
Zwei Strategien, ein Thema: Hitze. Hunde können kaum schwitzen, sie regulieren ihre Temperatur hauptsächlich übers Hecheln, und deshalb brauchen sie an Hitzetagen unsere Unterstützung. Hier kommen zehn sanfte Ideen zum Abkühlen, sortiert nach drinnen und draußen, dazu die Fehler, die du bei Hitze besser vermeidest.

Kühlen beginnt an den Pfoten
Wenn du deinen Hund an einem heißen Tag benetzt, fang bei Pfoten, Beinen und Bauch an statt mit einem Schwall über den Rücken. Dort sitzt wenig Fell, die Kühlung kommt an, und dein Hund erschrickt nicht.

Warum brauchen Hunde an Hitzetagen unsere Hilfe?
Weil Hunde ihre Körpertemperatur fast nur über das Hecheln und ein wenig über die Pfoten regulieren können. Was bei uns die Schweißdrüsen am ganzen Körper erledigen, muss beim Hund die Atmung schaffen, und das bringt sein System bei großer Hitze schnell an Grenzen. Dazu kommt der Pelz, der zwar auch gegen Hitze isoliert, aber eben nur bis zu einem gewissen Punkt. Ein Hund kann sich nicht selbst ein kühles Getränk holen oder das Rollo herunterlassen. Genau da kommen wir ins Spiel.
„Die Hunde, die ich begleitet habe, haben mir eins beigebracht: Sie sagen dir genau, was sie brauchen, wenn du hinschaust. Bei Hitze heißt das fast immer dasselbe: ein kühler Platz und Wasser in Reichweite, sonst nichts Kompliziertes.“
— Olga Reyes-Busch, Gründerin FELLNASENLIEBE™
Welche sanften Abkühl-Ideen funktionieren drinnen?
Die besten Drinnen-Ideen arbeiten mit kühlen Liegeplätzen, Wasser und ruhiger Beschäftigung:
- 1. Der Fliesenplatz: Räum deinem Hund einen Liegeplatz auf Fliesen oder Steinboden frei, gern im abgedunkelten Raum. Viele Hunde suchen sich diese Plätze von selbst, du musst sie nur zugänglich machen.
- 2. Die Kühlmatte: Selbstkühlende Matten aus dem Fachhandel bleiben stundenlang angenehm kühl. Wichtig: immer als Angebot, nie als Pflichtplatz. Dein Hund entscheidet.
- 3. Das feuchte Handtuch zum Draufliegen: Ein kühles, feuchtes Handtuch auf dem Boden ist ein prima Liegeplatz. Bitte unter den Hund legen, nicht über ihn, sonst staut sich die Wärme unter dem nassen Stoff.
- 4. Hundeeis: Selbstgemachtes Eis kühlt von innen und beschäftigt nebenbei. Drei hundesichere Rezepte findest du in unserem Ratgeber Hundeeis selber machen.
- 5. Der gefrorene Kong: Ein mit Wasser und etwas Nassfutter gefüllter, eingefrorener Kong ist Kühlung und Ruhe-Beschäftigung in einem, perfekt für die heißen Mittagsstunden.
Welche Abkühl-Ideen funktionieren draußen?
Draußen sind Wasser, Schatten und kluges Timing deine besten Verbündeten:
- 6. Das Planschbecken: Ein stabiler Hundepool oder eine große Mörtelwanne mit einer Handbreit Wasser reicht völlig. Pfoten und Bauch im Wasser kühlen effektiv, denn dort sitzt wenig Fell.
- 7. Der Rasensprenger: Für Wasserfans unter den Hunden das Sommerhighlight schlechthin. Sanfter Strahl, freiwilliges Mitmachen, fertig ist das Spiel mit eingebauter Abkühlung.
- 8. Schattenrunden statt Mittagsgassi: Verlege die großen Runden auf den frühen Morgen und späten Abend und wähle Wald- und Wiesenwege statt Asphalt. Warum das auch für die Ballen wichtig ist, liest du im Ratgeber über heißen Asphalt und Hundepfoten.
- 9. Bauch und Pfoten benetzen: Wenn du deinen Hund mit Wasser abkühlst, beginne bei Pfoten, Beinen und Bauch statt mit einem kalten Schwall von oben. Das kühlt dort, wo es wirkt, und erschreckt nicht.
- 10. Schwimmen, wo es erlaubt und sicher ist: Ein ruhiger Badesee mit flachem Einstieg ist die Königsdisziplin der Abkühlung. Nicht jeder Hund ist ein geborener Schwimmer, lass deinen Hund selbst entscheiden, wie tief er gehen mag.
Was solltest du bei der Abkühlung vermeiden?
Alles, was plötzlich, eiskalt oder erzwungen ist. Ein Schwall Eiswasser über den erhitzten Hund belastet den Kreislauf, besser ist langsames Kühlen von den Pfoten aufwärts. Nasse Handtücher gehören unter den Hund, nicht auf sein Fell. Sport und wilde Ballspiele haben in der Mittagshitze Pause, auch wenn dein Hund behauptet, es ginge noch. Geschoren wird nicht auf eigene Faust, das Fell isoliert auch gegen Hitze. Und der wichtigste Satz des Sommers: Ein Hund bleibt niemals im Auto zurück, auch nicht für fünf Minuten, auch nicht im Schatten mit offenem Fenster.
Wann gehört Hitze in Tierarzt-Hände?
- Starkes, nicht endendes Hecheln mit glasigem Blick, tiefroter Zunge oder taumelndem Gang: Das sind Warnzeichen einer Überhitzung, sofort in den Schatten, Pfoten und Beine kühlen und umgehend in die Praxis oder zum Notdienst
- Erbrechen, Durchfall oder Apathie nach einem heißen Tag
- Dein Hund verweigert bei Hitze über längere Zeit Wasser und Futter
- Kurznasige Hunde, alte Hunde und herzkranke Hunde: Besprich vor dem Hochsommer, was dein Hund verträgt
Häufige Fragen
Ab welcher Temperatur wird es für Hunde kritisch?
Das ist individuell, aber ab etwa 25 Grad brauchen viele Hunde Anpassungen, ab 30 Grad gilt: Ruhe, Schatten, Wasser und keine Anstrengung. Kurznasige, alte und dunkle Hunde leiden früher als andere.
Soll ich meinen Hund bei Hitze nass machen?
Ja, wenn er es mag und du sanft vorgehst: lauwarmes bis kühles Wasser, zuerst Pfoten, Beine und Bauch. Kein eiskalter Schwall über Rücken und Kopf, und kein Zwang, wenn dein Hund Wasser nicht mag.
Wie viel sollte mein Hund im Sommer trinken?
Deutlich mehr als sonst, als Faustregel grob 100 Milliliter pro Kilo Körpergewicht an heißen Tagen. Stell mehrere Näpfe auf, nimm unterwegs immer Wasser mit und wechsle das Wasser mehrmals täglich.
Hilft eine Kühlweste oder ein Kühlhalsband?
Manchen Hunden ja, vor allem unterwegs. Achte darauf, dass die Weste regelmäßig neu befeuchtet wird, denn eine trockene Kühlweste isoliert im schlechtesten Fall wie ein Mantel.
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Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei unklaren, starken oder wiederkehrenden Beschwerden lass deinen Hund bitte in der Praxis anschauen.